Lebensmittellogistik: MHD, Chargen und Allergene ohne Zettelwirtschaft
Ein Zentrallager des Handels ruft an: Bei einer Charge Fruchtaufstrich gibt es einen Verdacht auf Fremdkörper. Welche Filialen haben Ware aus dieser Charge bekommen, und liegt noch etwas davon bei Ihnen? Wer MHD auf Aufklebern und Chargen in Excel führt, sucht jetzt Stunden in Lieferscheinen. Wer sie beim Eingang gescannt hat, hat die Antwort in Minuten.
Diese Seite ist für Hersteller, Großhändler und Importeure von Lebensmitteln und Getränken mit eigenem Lager. Für schnelldrehende Konsumgüter allgemein gibt es eine eigene Seite: Konsumgüterlogistik.
Typische Probleme in der Lebensmittel Logistik
- MHD auf Aufklebern und in Tabellen. Ob die älteste Ware zuerst rausgeht, hängt vom Mitarbeiter ab.
- Anfragen zur Rückverfolgbarkeit dauern Stunden. Der Handel will wissen, wohin eine Charge ging.
- Gekühlt, tiefgekühlt und ungekühlt werden gleich behandelt. Zumindest im System.
- Allergene hängen am Gedächtnis. Welche Produkte getrennt gelagert werden müssen, weiß der erfahrene Kollege.
- EDI-Aufträge des Handels werden abgetippt. Und dann wird das Lieferfenster verpasst.
Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln
Das europäische Lebensmittelrecht verlangt, dass jedes Unternehmen weiß, von wem es ein Lebensmittel bekommen und an wen es es geliefert hat: eine Stufe vor, eine Stufe zurück. Im Lager gelingt das über die Charge. Wird sie beim Wareneingang mit Mindesthaltbarkeitsdatum erfasst und beim Versand wieder gescannt, ist jede Lieferung nachvollziehbar.
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Mehr zu Charge und MHD: Chargennummer und MHD einfach erklärt.
LMIV und Allergenkennzeichnung im Lager
Die Lebensmittelinformationsverordnung (LMIV) regelt, was auf der Verpackung stehen muss, darunter die Allergene. Die Kennzeichnung ist Sache der Produktion. Das Lager hat zwei Aufgaben: die richtige Ware mit der richtigen Kennzeichnung ausliefern und dafür sorgen, dass offene oder beschädigte Ware mit Allergenen nicht mit anderen Produkten in Kontakt kommt. Dafür helfen eigene Lagerbereiche, in die der Scanner den Mitarbeiter beim Einlagern führt.
Wie ein Lagerverwaltungssystem die Lebensmittellogistik absichert: Charge, MHD, FEFO
Charge und MHD beim Wareneingang. Gescannt oder erfasst, bevor die Ware eingelagert wird.
Was zuerst abläuft, geht zuerst. Das System schlägt die Charge mit dem frühesten MHD vor (FEFO), der Scan prüft.
Lagerbereiche je Temperatur. Gekühlte und tiefgekühlte Ware (TK-Ware) hat eigene Lagerplätze (Lagerplatzverwaltung); der Scanner zeigt, wohin sie gehört.
EDI mit dem Handel. Aufträge kommen elektronisch, Lieferavise (DESADV) gehen elektronisch zurück.
Rezepturen und Sets. Geschenkkörbe, Probierpakete oder Mischpaletten werden nach Stückliste zusammengestellt, und die Chargen jedes Bestandteils bleiben erhalten.
Jede Bewegung protokolliert. Für Audits nach IFS Logistics, IFS Food, BRC oder Bio-Kontrolle ist der Prüfpfad vorhanden, ohne dass er zusammengestellt werden muss.
Zwei Fragen zu Ihrem eigenen Lager
Wie lange hat es beim letzten Mal gedauert, eine Anfrage zur Herkunft einer Charge zu beantworten?
Wie viel Ware haben Sie im letzten Jahr abgeschrieben, weil das MHD überschritten war?
- Was verlangt die Rückverfolgbarkeit bei Lebensmitteln?
- Nach europäischem Lebensmittelrecht müssen Unternehmen wissen, von wem sie ein Lebensmittel bekommen und an wen sie es geliefert haben, eine Stufe vor und eine Stufe zurück. Im Lager gelingt das über die Charge, die beim Wareneingang und beim Versand erfasst wird.
- Was hat die LMIV mit dem Lager zu tun?
- Die Lebensmittelinformationsverordnung regelt die Kennzeichnung, unter anderem Allergene und Mindesthaltbarkeit. Das Lager muss sicherstellen, dass die richtige Ware mit der richtigen Kennzeichnung beim Kunden ankommt und dass Allergene nicht unbeabsichtigt mit anderer Ware in Kontakt kommen.
- Wie schnell kann ich eine Anfrage des Handels zur Herkunft einer Charge beantworten?
- Wenn jede Charge beim Eingang und beim Versand gescannt wurde, ist das eine Suche im System statt Stunden in Lieferscheinen.
- Was ist Lebensmittellogistik?
- Lebensmittellogistik umfasst Lagerung, Kommissionierung und Versand von Lebensmitteln und Getränken unter Beachtung von Temperatur, MHD und Rückverfolgbarkeit. Im Lager heißt das: Charge und MHD beim Wareneingang erfassen, nach FEFO kommissionieren und jede Bewegung protokollieren.