Willem ten Asbroek, CEO von BizBloqs · 11. Juni 2025
Mehr Artikel, komplexere Aufträge, zu wenige Mitarbeiter: Mit mehr Laufen allein kommt kein Lager hinterher. Wer die richtigen Kommissioniermethoden wählt, spart Wege, macht weniger Fehler und schafft auch die Spitzenzeiten. Hier vergleichen wir die drei gängigsten Verfahren und zeigen, wie Sie sie kombinieren.
Warum die Wahl der Kommissioniermethode zählt
Kommissionierung heißt: die Artikel für einen Auftrag aus dem Lager holen. Sie ist einer der größten Kostenblöcke im Lager. Je mehr Artikel Sie führen und je komplexer die Aufträge werden, desto wichtiger ist es, wie Ihre Mitarbeiter durch das Lager gehen. Gute Kommissionierverfahren helfen dabei,
- Laufwege kurz zu halten,
- Fehler beim Kommissionieren zu verringern,
- die Arbeitszeit der Mitarbeiter besser zu nutzen,
- Spitzenzeiten ohne Chaos zu bewältigen.
Eine Methode für alle gibt es nicht. Welche passt, hängt von der Zahl der Aufträge ab, von der Vielfalt Ihres Sortiments, vom Grundriss Ihres Lagers und davon, wen Sie beliefern: Geschäftskunden über B2B-Logistik im Großhandel oder Endkunden über Webshop Logistik (im Englischen DTC, direct to consumer).
Was ist Wellenkommissionierung?
Bei der Wellenkommissionierung werden Aufträge gebündelt und in geplanten Wellen freigegeben. Jeder Mitarbeiter bearbeitet einen Auftrag nach dem anderen und folgt einem geplanten Weg durch das Lager. Die Wellen richten sich meist nach den Abholzeiten der Versanddienstleister, nach den Schichten oder nach der Verfügbarkeit der Ware. Im Englischen heißt das Wave Picking.
„Wellenkommissionierung passt am besten zu geordneten Abläufen, in denen Abstimmung und Timing entscheidend sind.“
Vorteile
- Gut steuerbar und abgestimmt
- Passt zu festen Abholzeiten, also zur Cut-off-Zeit von DHL, DPD oder GLS
- Weniger Gedränge in den Gängen, wenn die Wellen gut geplant sind
Nachteile
- Der feste Takt führt zu Verzögerungen, wenn das Timing nicht stimmt
- Verlangt genaue Planung und Disziplin
- Wenig Spielraum für Eilaufträge, die zwischendurch kommen
Was ist Batch-Kommissionierung?
Bei der Batch-Kommissionierung sammelt ein Mitarbeiter in einem Rundgang die Artikel für mehrere Aufträge. Statt einen Auftrag von Anfang bis Ende abzuarbeiten, nimmt er denselben Artikel gleich für mehrere Aufträge mit. Sortiert wird danach beim Verpacken. Weil erst gesammelt und dann verteilt wird, zählt das zur mehrstufigen Kommissionierung. Im Englischen sagt man Batch Picking.
Das passt gut, wenn viele Aufträge dieselben Artikel enthalten, etwa im Onlinehandel mit vielen Schnelldrehern.
Vorteile
- Deutlich kürzere Laufwege
- Sehr effizient, wenn viele Aufträge dieselben Artikel teilen
- Passt gut zu Lagern, in denen die Ware zum Mitarbeiter kommt (Ware-zur-Person)
Nachteile
- Braucht einen Sortier- oder Zusammenführungsschritt beim Verpacken
- Verfolgung und Etikettierung werden aufwendiger
- Wenig geeignet für große, sperrige oder sehr unterschiedliche Artikel
Was ist Zonenkommissionierung?
Bei der Zonenkommissionierung wird das Lager in Zonen aufgeteilt. Jeder Mitarbeiter arbeitet nur in seiner Zone und entnimmt dort die Artikel für alle Aufträge, die durch diese Zone laufen. Die Aufträge wandern von Zone zu Zone, von Hand, über Fördertechnik oder digital im System, bis sie vollständig sind. Weil mehrere Zonen gleichzeitig am selben Auftrag arbeiten, spricht man auch von paralleler Kommissionierung. Im Englischen heißt das Zone Picking. Die Steuerung von Fördertechnik gibt es bei BizBloqs in der Stufe Enterprise.
„Zonenkommissionierung ist wie ein Fließband für Ihr Lager. Sie lässt sich gut skalieren und ist effizient für größere Betriebe.“
Vorteile
- Weniger Ermüdung, weil jeder Mitarbeiter nur kurze Wege hat
- Paralleles Arbeiten und mehr Durchsatz
- Wächst gut mit, auch in großen oder automatisierten Lagern
Nachteile
- Die Zonen müssen gut aufeinander abgestimmt sein
- Hängt eine Zone hinterher, warten die Aufträge
- Aufwendiger einzuführen und zu steuern
Die drei Kommissionierarten im Vergleich
Seitlich wischen, um die ganze Abbildung zu sehen.
| Kriterium | Wellenkommissionierung | Batch-Kommissionierung | Zonenkommissionierung |
|---|---|---|---|
| Kürzere Laufwege | mittel | hoch | hoch |
| Genauigkeit der Aufträge | hoch | mittel | hoch |
| Skalierbarkeit | gering | mittel | hoch |
| Aufwand bei der Einführung | gering | mittel | hoch |
| Geeignet für | Großhandel, feste Zeitpläne | Onlinehandel, wiederkehrende Artikel | hohe Mengen, große Lager |
Wie ein Lagerverwaltungssystem die Kommissionierung steuert
Ein modernes Lagerverwaltungssystem wie BizBloqs sorgt dafür, dass die passende Methode automatisch zum Einsatz kommt. Mit dem richtigen System können Sie
- die Kommissioniermethode je nach Auftragsart zuweisen,
- Laufwege anhand aktueller Daten optimieren,
- die Arbeit gleichmäßig auf Mitarbeiter und Zonen verteilen,
- die Leistung verfolgen und Engpässe erkennen.
Die Mitarbeiter bekommen klare Anweisungen auf dem MDE-Gerät, und das System passt sich laufend an, wenn sich Nachfrage oder Bestand ändern. Wie Sie Ihre Kommissionierstrategien grundsätzlich ausrichten, beschreiben wir in einem eigenen Beitrag.
So setzt BizBloqs mehrere Methoden in einem Lager ein
BizBloqs löst Lager von starren Kommissioniermodellen. Sie können mehrere Methoden im selben Lager einrichten, sogar innerhalb derselben Schicht. Wellen-, Zonen- und Cluster-Kommissionierung, bei der mehrere Aufträge in einem Rundgang auf einem Wagen gesammelt werden, sind Funktionen von BizBloqs.
Ein Beispiel: morgens Wellenkommissionierung für die großen Sammelaufträge, in der Spitzenzeit Cluster-Kommissionierung für die Schnelldreher und nachmittags Zonenkommissionierung für komplexe Sendungen mit vielen Positionen. BizBloqs steuert das alles auf einer Plattform.
Das Ergebnis: schnellere Auftragsabwicklung, weniger Fehler und besser genutzte Arbeitszeit, ohne aufwendige Planung von Hand. Und weil das System in der Cloud läuft und modular aufgebaut ist, wächst es mit Ihrem Unternehmen. Wie Sie Fehler beim Entnehmen gezielt verhindern, lesen Sie im Beitrag Kommissionierfehler vermeiden.
Welche Kommissioniermethode passt zu Ihrem Lager?
Die Antwort hängt von mehreren Fragen ab:
- Wie groß und wie komplex ist ein durchschnittlicher Auftrag?
- Wie viele Artikel führen Sie?
- Wie ist Ihr Lager aufgebaut?
- Liefern Sie aus einem Kanal oder aus vielen?
- Wie viele Mitarbeiter und wie viel Automatisierung stehen Ihnen zur Verfügung?
Viele Lager fahren gut mit einer Mischform: unterschiedliche Kommissionierverfahren für unterschiedliche Auftragsarten oder Tageszeiten. Entscheidend sind Flexibilität und eine laufende Verbesserung auf Grundlage echter Daten.
Zwei Fragen zu Ihrer eigenen Kommissionierung
- Wie viel Zeit verbringen Ihre Mitarbeiter heute mit Laufen statt mit Entnehmen?
- Welche Ihrer Aufträge würden von einer anderen Methode profitieren, zum Beispiel die Schnelldreher in der Spitzenzeit?
Kommissioniermethoden wirken wie ein technisches Detail, haben aber großen Einfluss auf Ihr Ergebnis. Die richtige Methode oder die richtige Kombination senkt Kosten, erhöht den Durchsatz und sorgt für zufriedenere Kunden, im Onlinehandel genauso wie im B2B-Geschäft. Was Ihnen kürzere Laufwege bringen, rechnen Sie mit dem ROI-Rechner aus.
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