kennzahlen in der logistik: 14 zahlen, die zeigen, ob ihr lager geld verliert

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Willem ten Asbroek · Veröffentlicht · 09:00

Willem ten Asbroek, CEO von BizBloqs · 10. September 2026

Geld verlässt ein Lager selten durch ein großes Loch. Es sickert weg: ein paar Sekunden pro Pick, ein Palettenplatz, der bezahlt und halb leer ist, eine Retoure, die zweimal angefasst wird, ein Sicherheitsbestand nach Bauchgefühl statt nach der tatsächlichen Schwankung der Nachfrage. In der Gewinn- und Verlustrechnung taucht davon nichts als eigene Zeile auf. Diese 14 Kennzahlen in der Logistik machen es sichtbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kosten je Auftragszeile ist die aufschlussreichste Zahl im ganzen Lager. Wenn Sie nur eine berechnen, dann diese.
  • Picks pro Stunde und der Personalbedarf zeigen, ob Ihr Plan für die Hochsaison realistisch ist oder eine Hoffnung.
  • Ein schlechter Wert ist ein Symptom, keine Diagnose. Die Ursache liegt fast immer im Ablauf, nicht beim Personal.
  • Zu allen 14 Zahlen bietet BizBloqs kostenlose Rechner an, ohne Konto und ohne Anmeldung.
14 Kennzahlen in der Logistik, die in die Kosten je Auftragszeile mündenKennzahlen in der Logistik als Übersicht: 14 Zahlen für Lager und Versand in drei Gruppen, Platz und Transport, Bestand und Bestellung, Personal und Kosten, die alle in die Kosten je Auftragszeile mündenPlatz und TransportBestand und BestellungPersonal und Kosten€1Paletten und Lademeterje Sendung2Volumengewicht3Benötigte Lagerfläche4Regallayout5Containerbeladung6Sicherheitsbestand7Bestellpunkt8Optimale Bestellmenge9Aufwand für Zählungen10Picks pro Stunde11Personalbedarf12Lagerkostensatz jePalette13Kosten jeAuftragszeile14Kosten einer RetoureKosten jeAuftragszeile

Seitlich wischen, um die ganze Abbildung zu sehen.

Abbildung 1 — 14 Kennzahlen in der Logistik, die in die Kosten je Auftragszeile münden

Gruppe 1: Platz und Transport

Die ersten fünf Logistik KPIs betreffen das, wofür Sie bezahlen, ob Sie es füllen oder nicht: Ladefläche, Paketvolumen, Hallenfläche, Regalplätze und Container. Sie ergänzen die klassischen Lagerkennzahlen um den Versand.

1. Paletten und Lademeter je Sendung: Lademeter berechnen

Spediteure rechnen im Teilladungs- und Stückgutverkehr oft nicht nach Gewicht, sondern nach der Länge der Ladefläche, die Ihre Ware im LKW belegt. Das nennt man Lademeter. Wer Lademeter berechnet und mit der Rechnung vergleicht, sieht, wie viele bezahlte Meter tatsächlich gefüllt sind. Halb gepackte Paletten und Paletten, die sich nicht stapeln lassen, kosten volle Meter.

Schlechter Wert heißt: Sie bezahlen Meter, die Sie nicht füllen.

2. Volumengewicht berechnen

Paketdienste wie DHL, DPD oder GLS berechnen ein Paket nach dem tatsächlichen Gewicht oder nach seinem Volumen, je nachdem, was höher ist. Das Gewicht, das sich aus den Maßen ergibt, heißt Volumengewicht. Leichte, sperrige Ware wird fast immer nach Volumen abgerechnet. Wer das Volumengewicht berechnet und mit dem echten Gewicht vergleicht, sieht, wie viel Luft er mitverschickt.

Schlechter Wert heißt: Ihre Paketkosten sind auf Luft kalkuliert.

3. Benötigte Lagerfläche

Wie viele Quadratmeter brauchen Sie wirklich für Bestand und Gänge? Viele Betriebe stellen fest, dass sie mit einem besseren Layout weniger Halle brauchen, als sie dachten. Mehr dazu im Beitrag über die Lagerfläche.

Schlechter Wert heißt: Ein Layoutproblem wird für ein Platzproblem gehalten.

4. Regallayout

Wie viele Palettenplätze ergibt Ihre Fläche bei der aktuellen Gangbreite und Regalhöhe? Schmalere Gänge oder eine zusätzliche Traversenebene bringen mehr Plätze auf derselben Fläche.

Schlechter Wert heißt: Bei Ihrer Hallenhöhe verschenken Sie Plätze.

5. Containerbeladung

Wie viele Kartons passen tatsächlich in einen 20- oder 40-Fuß-Container? Die Fracht für den Container zahlen Sie voll, auch wenn er nur teilweise gefüllt ist. Wer Ware aus Übersee bezieht, kennt das von der Containerentladung auf der anderen Seite: Jeder leere Kubikmeter wurde mitbezahlt.

Schlechter Wert heißt: volle Fracht für einen halb leeren Container.

Gruppe 2: Bestand und Bestellung

6. Sicherheitsbestand

Der Puffer, der Schwankungen in der Nachfrage und Verspätungen beim Lieferanten auffängt, heißt Sicherheitsbestand. Wird er nach Gefühl festgelegt, liegt bei Langsamdrehern zu viel Geld im Regal, während bei Schnelldrehern die Ware ausgeht. Richtig berechnet berücksichtigt er, wie stark die Nachfrage schwankt und wie verlässlich die Lieferzeit ist.

Schlechter Wert heißt: Geld steckt in Langsamdrehern, bei Schnelldrehern fehlt Ware.

7. Bestellpunkt

Der Bestand, bei dem Sie nachbestellen, ergibt sich aus Lieferzeit und Verbrauch. Ein Bestellpunkt, der zu Zeiten kurzer Lieferzeiten festgelegt wurde, stimmt nicht mehr, sobald die Lieferzeiten länger werden. Wie das Prinzip funktioniert, beschreibt der Beitrag zum Bestellpunktverfahren.

Schlechter Wert heißt: Ihre Bestellpunkte beruhen auf alten Lieferzeiten.

8. Optimale Bestellmenge

Viele kleine Bestellungen kosten Verwaltungsaufwand. Wenige große Bestellungen binden Platz und Kapital. Dazwischen liegt die Menge, bei der beides zusammen am günstigsten ist: die optimale Bestellmenge, im Englischen Economic Order Quantity (EOQ).

Schlechter Wert heißt: Der Bestellrhythmus folgt der Gewohnheit, nicht den Kosten.

9. Aufwand für Zählungen

Wie viele Zählungen pro Tag brauchen Sie, damit der Bestand stimmt und Differenzen früh auffallen? Wer laufend kleine Teile des Lagers zählt, braucht keine Stichtagsinventur mit geschlossenem Lager zum Jahresende. Das nennt man permanente Inventur.

Schlechter Wert heißt: Differenzen werden Monate zu spät entdeckt.

Gruppe 3: Personal und Kosten

10. Picks pro Stunde

Wie viele Positionen kommissioniert ein Mitarbeiter tatsächlich pro Stunde? Die Rechnung ist einfach: Picks geteilt durch Arbeitsstunden. Diese Kommissionierleistung sinkt mit Papierlisten und langen Wegen. Sie steigt, wenn mehrere Aufträge in einem Rundgang auf einem Wagen gesammelt werden und der Scanner die Route vorgibt. In BizBloqs heißt das Cluster-Kommissionierung; dazu kommt die Slotting-Analyse, die Schnelldreher nach vorn holt. Welche Kommissioniermethoden es gibt, lesen Sie im eigenen Beitrag.

Schlechter Wert heißt: Ihre Mitarbeiter laufen und lesen Papier, statt zu picken.

11. Personalbedarf

Wie viele Mitarbeiter brauchen Sie, um das Volumen bis zur Abholzeit der Versanddienstleister (Cut-off) zu schaffen? Die erwartete Menge geteilt durch die Picks pro Stunde ergibt den Bedarf, und zwar geplant für die Spitze, nicht für eine durchschnittliche Woche. Wie Sie den Personalbedarf berechnen, steht im Beitrag zum Personalmangel. BizBloqs zeigt dazu das Cut-off-Risiko je Versanddienstleister: welche Aufträge die Abholzeit voraussichtlich verpassen.

Schlechter Wert heißt: Der Plan für die Hochsaison beruht auf einer Durchschnittswoche.

12. Lagerkostensatz je Palette

Was kostet ein nutzbarer Palettenplatz pro Woche? Rechnen Sie Miete, Energie, Regale und Handling zusammen und teilen Sie durch die Zahl der nutzbaren Plätze. Dieser Lagerkostensatz zeigt, was ein Ladenhüter Ihre Marge jede Woche kostet. Der Lagerdauer- und Altersbericht in BizBloqs zeigt, welche Artikel und Chargen schon lange liegen.

Schlechter Wert heißt: Totes Kapital zahlt Miete aus Ihrer Marge.

13. Kosten je Auftragszeile

Die gesamten Lagerkosten geteilt durch die Zahl der versendeten Auftragszeilen. Das ist die aufschlussreichste Zahl im Gebäude: Sie bewegt sich, sobald sich irgendwo etwas Echtes ändert.

Schlechter Wert heißt: jede Ineffizienz, zusammengezählt.

14. Kosten einer Retoure

Was kostet ein einziger zurückgeschickter Artikel wirklich? Prüfen, neu verpacken, wieder einlagern, gegebenenfalls abschreiben, dazu der ursprüngliche Versand. Im Onlinehandel, wo Kunden ihr Widerrufsrecht nutzen, liegt das regelmäßig um ein Vielfaches über dem, was man annimmt. Mehr dazu im Beitrag zum Retourenmanagement.

Schlechter Wert heißt: eine Kostenstelle, für die sich niemand zuständig fühlt.

Übersicht: 14 Kennzahlen und was ein schlechter Wert verrät

Nr.KennzahlEin schlechter Wert heißt
1Paletten und Lademeter je SendungSie bezahlen Meter, die Sie nicht füllen
2VolumengewichtPaketkosten auf Luft kalkuliert
3Benötigte LagerflächeLayoutproblem als Platzproblem missverstanden
4RegallayoutVerschenkte Plätze bei aktueller Höhe
5ContainerbeladungVolle Fracht für einen halb leeren Container
6SicherheitsbestandGeld in Langsamdrehern, Fehlmengen bei Schnelldrehern
7BestellpunktBestellpunkte auf alten Lieferzeiten
8Optimale BestellmengeRhythmus aus Gewohnheit, nicht aus Kosten
9Aufwand für ZählungenDifferenzen Monate zu spät entdeckt
10Picks pro StundeLaufen und Papier statt Picken
11PersonalbedarfSpitzenplan auf Basis einer Durchschnittswoche
12Lagerkostensatz je PaletteTotes Kapital zahlt Miete aus der Marge
13Kosten je AuftragszeileJede Ineffizienz, zusammengezählt
14Kosten einer RetoureEine Kostenstelle ohne Verantwortlichen

Kennzahlen in der Logistik für Lager und Versand: was Sie mit einem schlechten Wert tun

Eine einzelne schlechte Zahl ist ein Symptom, keine Diagnose. Gehen Sie in drei Schritten vor:

  1. Berechnen. Ermitteln Sie die Zahl, notfalls mit Schätzwerten.
  2. Vergleichen. Stellen Sie sie dem Wert von vor sechs Monaten gegenüber.
  3. Ursache suchen. Fragen Sie, welcher Ablauf die Zahl erzeugt.

Die Picks pro Stunde kommen aus Pickwegen und Kommissioniermethode. Die Kosten je Auftragszeile sind die Summe aller Ineffizienzen. Die Kosten einer Retoure entstehen schon bei der ersten Bearbeitung.

Zeigen mehrere Zahlen immer wieder auf dasselbe, also zu viel Laufen, Bestand, der nicht stimmt, oder Entscheidungen, die zu spät fallen, dann ist die Antwort meist nicht mehr Personal. Die Antwort ist mehr Kontrolle über den Ablauf: Arbeit, die der Scanner führt, ein einziger richtiger Bestand und Ausnahmen, die auffallen, solange man sie noch beheben kann. Genau das leistet ein Lagerverwaltungssystem.

Zwei Fragen zu Ihren eigenen Lagerkennzahlen

  • Kennen Sie Ihre Kosten je Auftragszeile, und wissen Sie, ob sie in den letzten sechs Monaten gestiegen oder gefallen sind?
  • Wurde Ihr Personalplan für die nächste Hochsaison mit den echten Picks pro Stunde berechnet oder mit einer Durchschnittswoche?

Was ein besserer Ablauf für Ihr Lager wert ist, können Sie mit dem ROI-Rechner anhand Ihrer eigenen Zahlen abschätzen.

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Häufig gestellte Fragen

Was sind KPIs in der Logistik?

KPIs sind die wenigen Kennzahlen, an denen Sie ablesen, ob Ihr Lager und Ihr Versand wirtschaftlich laufen: zum Beispiel Kosten je Auftragszeile, Picks pro Stunde, Lagerkostensatz je Palette oder Kosten einer Retoure. Sie zeigen, wo Geld verloren geht, lange bevor es in der Gewinn- und Verlustrechnung auffällt.

Brauche ich alle 14 Kennzahlen?

Nein. Fangen Sie mit drei an: Kosten je Auftragszeile, Picks pro Stunde und Lagerkosten je Palettenplatz. Diese drei erklären den größten Teil dessen, was die Marge im Lager bewegt.

Was, wenn mir die genauen Daten fehlen?

Rechnen Sie mit Schätzwerten. Eine grobe Zahl, die Sie heute haben, ist mehr wert als eine exakte Zahl, die nie kommt. Jeder Rechner nennt, woher die Eingaben typischerweise kommen.

Wie oft sollte ich die Kennzahlen neu berechnen?

Bestandsparameter wie Sicherheitsbestand und Bestellpunkt einmal pro Quartal, Personal- und Kostenkennzahlen monatlich. Und immer vor der Hochsaison oder vor einer größeren Systementscheidung.

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